Autor
Buchner K, Eger H
Deutschland
Herausgeber:
umwelt·medizin·gesellschaft
Veröffentlicht in:
umwelt-medizin-gesellschaft |24| 1/2011, 44-57
Veröffentlicht: 30.01.2011
auf EMF:data seit 03.05.2011
Seitenzahl: 14
Format: A4
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Schlagwörter zu dieser Dokumentation:
Fachartikel

Veränderung klinisch bedeutsamer Neurotransmitter unter dem Einfluss modulierter hochfrequenter Felder - eine Langzeiterhebung unter lebensnahen Bedingungen.

Originaltext

Die vorliegende Langzeitstudie über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren zeigt bei den 60 Teilnehmern eine signifikante Aktivierung des adrenergen Systems nach Installation einer örtlichen Mobilfunksendeanlage in Rimbach (Bayern).

Die Werte der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin steigen in den ersten sechs Monaten nach dem Einschalten des GSM-Senders signifikant; die Werte der Vorläufersubstanz Dopamin sinken nach Beginn der Bestrahlung erheblich ab. Der Ausgangszustand wird auch nach eineinhalb Jahren nicht wieder hergestellt. Als Hinweis auf die nicht regulierbare chronische Schieflage des Stresshaushalts sinken die Werte des Phenylethylamins (Pea) bis zum Ende des Untersuchungszeitraums signifikant ab.

Die Effekte unterliegen einem Dosis-Wirkungs-Zusammenhang und zeigen sich weit unterhalb gültiger Grenzwerte für technische Hochfrequenzbelastung. Chronische Dysregulationen des Katecholaminsystems sind von erheblicher gesundheitlicher Relevanz und führen erfahrungsgemäß langfristig zu Gesundheitsschäden.

Schlussfolgerung (lt. Autor)

Somit lässt sich als Hypothese aufstellen: Trotz unveränderter Lebensgewohnheiten kommt es bei den Probanden über die Mikrowellenbelastung der neu errichteten Sendeanlage zu einem chronischen Stresszustand mit primärem Anstieg von Adrenalin/ Noradrenalin und konsekutivem Abfall von Dopamin. In der Phase der Gegenregulation fällt das „trace amine“ PEA und bleibt abgesenkt.

Dies hat erhebliche klinische Relevanz, da psychiatrische Krankheitsbilder ebenfalls veränderte PEA-Werte ausweisen. In Rimbach konnte die Zunahme von Schlafstörungen, Cephalgie, Schwindel, Konzentrationsstörung und Allergie nach Sendereinschaltung klinisch dokumentiert werden. Über die Störung der humoralen Stressachse sind die neu aufgetretenen Symptome klinisch begründbar (53). 

Nach Erschöpfung der biologischen Regulationsmechanismen sind erhebliche Gesundheitsstörungen zu erwarten. Die möglichen Langzeitfolgen in der Erschöpfungsstarre sind von Hecht und Selye bereits beschrieben (3, 16).

Damit sind die aufgezeigten signifikanten Ergebnisse nicht nur ein klarer Hinweis auf einen gesundheitsrelevanten Effekt nach Neuinstallation einer wohnortnahen Sende-Station für GSM in Rimbach, sondern bieten die Möglichkeit einer Kausalanalyse. Dies wurde  bereits in der Schweizer Schwarzenburg „shut-down- Studie“ erfolgreich durchgeführt (54). In Rimbach sollte es nach Abschalten des entsprechenden Senders zu einer Normalisierung der erhobenen Werte kommen.