Autor(en):
Adams JA*, Galloway TS, Mondal D, Esteves SC, Mathews F
* Biosciences, College of Life and Environmental Sciences, Hatherly Laboratories, Prince of Wales Road, University of Exeter, EX4 4PS.
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
Veröffentlicht in:
Environment International 2014; 70: 106–112
Veröffentlicht: 01.09.2014
auf EMF:data seit 30.05.2017
Weitere Veröffentlichungen: Studie gefördert durch:

Jessica Elliott-Friend is supported by a Natural Environment Research Council PhD scholarship NE/J500185/1.

Schlagwörter zu dieser Studie:
Fortpflanzungssystem  |  Wirkungen auf Hoden/Spermien, Fertilität
Reviews/Übersichtsarbeiten
zur EMF:data Auswertung

Wirkung von Mobilfunktelefonen auf die Spermienqualität. Systematischer Überblick und Meta-Analyse.

Effect of mobile telephones on sperm quality: A systematic review and meta-analysis.

Original AbstractÜbersetzung n.n. vorhanden!

Mobile phones are owned by most of the adult population worldwide. Radio-frequency electromagnetic radiation (RF-EMR) from these devices could potentially affect sperm development and function. Around 14% of couples in high- and middle-income countries have difficulty conceiving, and there are unexplained declines in semen quality reported in several countries. Given the ubiquity of mobile phone use, the potential role of this environmental exposure needs to be clarified. A systematic review was therefore conducted, followed by meta-analysis using random effects models, to determine whether exposure to RF-EMR emitted from mobile phones affects human sperm quality. Participants were from fertility clinic and research centres. The sperm quality outcome measures were motility, viability and concentration, which are the parameters most frequently used in clinical settings to assess fertility. We used ten studies in the meta-analysis, including 1492 samples. Exposure to mobile phones was associated with reduced sperm motility (mean difference -8.1% (95% CI -13.1, -3.2)) and viability (mean difference -9.1% (95% CI -18.4, 0.2)), but the effects on concentration were more equivocal. The results were consistent across experimental in vitro and observational in vivo studies. We conclude that pooled results from in vitro and in vivo studies suggest that mobile phone exposure negatively affects sperm quality. Further study is required to determine the full clinical implications for both sub-fertile men and the general population.

Copyright © 2014. Published by Elsevier Ltd.

Keywords

Fertility | Mobile or cell phone | Radiofrequency electromagnetic radiation | Sperm concentration | Sperm motility | Sperm viability

Exposition:

Mobiltelefone

EMF:data Auswertung

Zusammenfassung

Etwa 14 % der Ehepaare in den Industrieländern haben Probleme, Nachwuchs zu bekommen, dafür ist zu 40 % männliche Unfruchtbarkeit verantwortlich, viele Fälle sind ungeklärt. Man kann davon ausgehen, dass auch Mobilfunkstrahlung die menschliche Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Das Ziel der Meta-Analyse war, die Daten aus mehreren Studien zur Spermienqualität, d. h. Beweglichkeit, Lebensfähigkeit und Anzahl der Spermien/ml auszuwerten.

Studiendesign und Durchführung

Von den 60 aus Datenbanken identifizierten Arbeiten aus den Jahren 2000–2012 wurden schließlich 10 In-vivo-und In-vitro-Studien mit insgesamt 1492 Proben ausgesucht, die alle Kriterien für die Meta-Analyse erfüllten: Untersuchung von Beweglichkeit, Lebensfähigkeit und Konzentration der Spermienzellen nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Bestrahlungen erfolgten mit Mobilfunkfrequenzen zwischen 800 und 2200 MHz. Die Dauer der Exposition betrug in den Studien zwischen 5 Minuten und 16 Stunden, davon 4 mit 1 Stunde täglich. Bei den epidemiologischen Studien wurden die Expositionsraten nicht angegeben.

Ergebnisse

In 9 Studien mit 1448 Proben von 1353 Männern wurde die Beweglichkeit der Spermien analysiert. 6 Studien ergaben signifikant negative Wirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die Beweglichkeit der menschlichen Spermien. Der Mittelwert der Beweglichkeit betrug zwischen 36,6 und 86,8 %. Die Dauer der Mobilfunkbestrahlung der Proben bzw. der Menschen wurde unterteilt in Kurz- und Langzeitgruppen (≤ 60 bzw. > 60 Minuten). In der Langzeitexpositionsgruppe war die Beweglichkeit stärker reduziert als in den Kurzzeitgruppen. Die Lebensfähigkeit der Spermien wurde in 5 Studien mit insgesamt 816 Proben untersucht. 4 der 5 Studien zeigten signifikant negative Einflüsse der Mobilfunkstrahlung auf die Lebensfähigkeit der Spermien, die durchschnittlich 52,3–89,0 % betrug. Um das Ausmaß zu klären, sind weitere Studien nötig. Für die Konzentration der Spermien, d. h. die Anzahl der Spermienzellen/ml, wurden 6 Studien mit 1376 Proben zusammen ausgewertet. Die Ergebnisse waren nicht eindeutig.

Schlussfolgerungen

Aus den Daten ergibt sich klar ein negativer Einfluss der Mobilfunkstrahlung auf Beweglichkeit und Lebensfähigkeit der Samenzellen, während es bei der Anzahl der Spermien pro ml nicht so klar ist. Ursache für die Beeinträchtigungen können thermische (z. B. weil das Handy in der Hosentasche getragen wird) und nicht-thermische Wirkungen auf das Gewebe sein. Nicht-thermische Wirkungen können der Anstieg der ROS-Produktion mit anschließender DNA-Schädigung und verminderter Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit sein, wie aus vielen Studien bekannt ist. Der Trend in dieser Meta-Analyse bestätigt diese Ergebnisse. Dass die Ergebnisse der einzelnen Studien große Unterschiede zeigen, könnte vor allem auf die sehr unterschiedlichen Expositionszeiten zurückzuführen sein. Jedoch sollten die fast 1500 Proben zuverlässige Daten ergeben.