Autor(en):
Ozel HB*, Cetin M, Sevik H, Varol T, Isik B, Yaman B.
* Faculty of Forestry, Department of Forest Engineering, Bartin University, Bartin.
Türkei
Veröffentlicht in:
Biologia Futura, 72(3), 359-365
Veröffentlicht: 26.04.2021
auf EMF:data seit 23.05.2022
Weitere Veröffentlichungen:
Schlagwörter zu dieser Studie:
Medizinische/biologische Studien
zur EMF:data Auswertung

Die Auswirkungen einer Basisstation als elektromagnetische Strahlungsquelle auf den Blüten- und Zapfenertrag und den Prozentsatz der Keimung bei Pinus brutia.

The effects of base station as an electromagnetic radiation source on flower and cone yield and germination percentage in Pinus brutia Ten.

Original AbstractÜbersetzung n.n. vorhanden!

Exposition:

Mobilfunk-Basisstation

EMF:data Auswertung

Zusammenfassung

Elektromagnetische Strahlung (EMS) ist ein wesentlicher, mittlerweile fast allgegenwärtiger Umweltfaktor, dem die meisten Lebewesen ausgesetzt sind. Die Anzahl der Studien, die die Auswirkungen von EMS auf Lebewesen untersuchen, ist begrenzt, und fast alle bislang durchgeführten Studien befassten sich mit den Auswirkungen einer kurzfristigen Exposition. Darüber hinaus konzentrieren sich die meisten Studien, die mit Pflanzen durchgeführt wurden, auf krautige Pflanzenarten. In dieser Studie wurden die Auswirkungen der Nähe zu einer Mobilfunk-Basisstation auf den Blüten- und Zapfenertrag und den Prozentsatz der Samenkeimung bei der Kiefernart Pinus brutia, einem im Mittelmeerraum häufigen Nadelbaum, untersucht.

Quelle: ElektrosmogReport Mai 2022 | 28. Jahrgang, Nr. 2

Studiendesign und Durchführung

Die Studie wurde in der Provinz Bartin (Türkei) durchgeführt. Das Untersuchungsgebiet wurde 1994 aufgeforstet, indem 2 Jahre alte Röhrensetzlinge gepflanzt wurden. Die Plantage liegt auf einer Höhe von 300 m. Die Bodenstruktur ist klastisch, und der Boden, die Hanglage und die Exposition sind im Untersuchungsgebiet im Allgemeinen homogen. Die Basisstation im Untersuchungsgebiet wurde im Jahr 2005 errichtet. Im Rahmen der Studie wurden zunächst die Kiefern in einer Entfernung von 100 m, 200 m, 300 m, 400 m, 500 m, 600 m, 700 m und 800 m von der Basisstation identifiziert, und es wurden Messungen und Zählungen für diese Individuen durchgeführt. Das Untersuchungsmaterial wurde im Jahr 2019 von 27 Jahre alten Bäumen gesammelt. Bei insgesamt 30 Bäumen wurden im April weibliche und männliche Blüten gezählt sowie ein- und zweijährige Zapfen. Am Ende der Saison (November) wurden zusätzlich von den gleichen Bäumen reife Zapfen gesammelt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Nähe zur Basisstation die Anzahl der Blüten und Zapfen bei Pinus brutia signifikant reduziert: die Werte, die bei Kiefern in einer Entfernung von 800 m von der Basisstation erzielt wurden, sind 11-mal höher bezüglich der Anzahl der Blüten und 7-mal höher was die Anzahl der Zapfen angeht, im Vergleich zu den Individuen in einer Entfernung von 100 m. Durchschnittliche Anzahl weiblicher Blüten: 44 Blüten bei 100 Meter Entfernung, 70 Blüten bei 200 m, 134 Blüten bei 400 m sowie 502 Blüten bei 800 m. Durchschnittliche Anzahl männlicher Blüten: 248 Blüten bei 100 Meter Entfernung, 436 Blüten bei 200 m, 673 Blüten bei 400 m sowie 2868 Blüten bei 800 m. Bei den Samen gibt es einen Unterschied um den Faktor drei in Bezug auf den Keimungsprozentsatz zwischen den Individuen, die sich am weitesten (91 % Erfolg bei 800 m Entfernung) und am nächsten (33 % Erfolg bei 100 m) zur Basisstation befinden.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Entfernung zur Basisstation die Anzahl der Blüten und Zapfen bei Individuen von Pinus brutia signifikant reduzierte. Es wurde ein großer Unterschied zwischen der Anzahl der Blüten und Zapfen bei Bäumen festgestellt, die in einer Entfernung von 100 m von der Basisstation wachsen, und solchen, die in einer Entfernung von 800 m wachsen. In der Literatur gibt es jedoch einige Studienergebnisse, die darauf hindeuten, dass die Exposition gegenüber EMS den Frucht- und Blütenertrag der Pflanzen nicht signifikant beeinträchtigt, sondern den Ertrag sogar erhöht. Diese Studien beziehen sich auf die Kurzzeitexposition. Aus diesem Grund wird empfohlen, Studien über die Ergebnisse der Langzeitexposition auf der Grundlage regelmäßiger Kontrollen durchzuführen. Bei Pflanzen wird berichtet, dass die Exposition mit elektromagnetischer Strahlung wichtige physiologische Prozesse wie Atmung, Stofftransport, photosynthetische Pigmente, die Photosynthese, die Funktion des Hormonsystems, das antioxidative System und den Zellteilungsprozess beeinträchtigen. Es wäre sinnvoll, die Studien zu diesem Thema auf verschiedene Lebewesen auszuweiten und die Studien so fortzusetzen, dass die Veränderungen in Bezug auf die biologische Vielfalt im Detail bewertet und alle Variablen berücksichtigt werden. Es wird empfohlen, dass sich künftige Studien auf die Schäden konzentrieren, die Elektrosmog bei Lebewesen auf zellulärer Ebene verursachen kann, auf die Veränderung dieser Schäden auf der Grundlage von Arten und Unterarten, insbesondere auf die Expositionszeiten und Schadensbeziehungen für den Menschen, und auf die notwendigen Maßnahmen, die zur Vermeidung dieser Schäden ergriffen werden müssen. (AT)