Autor(en):
Chandel S*, Kaur S, Issa M, Singh HP, Batish DR, Kohli RK.
* Department of Botany, Panjab University, Chandigarh, 160014 India.
Indien
Veröffentlicht in:
Protoplasma 2019; 256 (5): 1399-1407
Veröffentlicht: 21.05.2019
auf EMF:data seit 10.12.2022
Weitere Veröffentlichungen:
Schlagwörter zu dieser Studie:
DNA-Schädigung  |  Zellzyklus  |  Zellproliferation/-wachstum  |  Genotoxizität  |  Wirkung auf Pflanzen
Medizinische/biologische Studien
zur EMF:data Auswertung

Beurteilung der sofortigen und späten Wirkungen von Mobilfunk-Strahlung bei 2100 MHz auf die mitotische Aktivität und DNA-Integrität in Wurzel-Meristemen von Allium cepa.

Appraisal of immediate and late effects of mobile phone radiations at 2100 MHz on mitotic activity and DNA integrity in root meristems of Allium cepa.

Original Abstract

Exposition:

2100 MHz
489.7 ± 18.15 mW/m² | SAR-Wert = 0,282 W/kg
Exponiertes System:
Wurzelmeristemen von Zwiebeln (Allium cepa)

EMF:data Auswertung

Einleitung

Aufgrund der beispiellosen Intensivierung von Mobilfunkstrahlung untersuchen Forscher auf der ganzen Welt die möglicherweise schädlichen Auswirkungen auf lebende Organismen. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob 2100 MHz Mobilfunk zyto- und genotoxische Wirkungen in Wurzelmeristemen von Zwiebeln (Allium cepa) hervorrufen können. Der Allium cepa-Test ist eine etablierte Methode zur Ermittlung von zyto- und genotoxischen Auswirkungen von Umwelteinflüssen wie etwa Chemikalien oder Strahlung.

Quelle: Reviews von BERENIS, STOA und Henry Lai

Studiendesign und Durchführung

Frische Wurzeln der Zwiebel wurden mit 489.7 ± 18.15 mW/m² und einem SAR-Wert von 0,282 W/kg für 1 h und 4 h bestrahlt bzw. scheinbestrahlt. Als Positivkontrolle wurden die Wurzeln mit Methylmethansulfonat behandelt. Um mögliche Reparaturmechanismen zu überprüfen, wurden die Zyto- bzw. Genotoxizitätstests unmittelbar nach Bestrahlung und 24 h nach Bestrahlung durchgeführt. Es wurden der mitotische Index (Prozentsatz sich teilender Zellen), Phasenindex (Prozentsatz von Zellen in einer bestimmten mitotischen Phase), Chromosomenveränderungen und DNA-Schäden (Komet-Test) untersucht.

Ergebnisse

Die einstündige Befeldung reichte nicht aus, um statistisch signifikante Veränderungen zu erzeugen. Nach 4 h hingegen war der mitotische Index erhöht, es gab mehr chromosomale Veränderungen und es wurden Hinweise auf DNA-Schäden gefunden (signifikant weniger Kopf-DNA bei signifikant mehr Schwanz-DNA im Komet-Test). Es wurden keine Unterschiede beim Phasenindex festgestellt. Im Vergleich zu den Zyto- und Genotoxizitätstest, welche unmittelbar durchgeführt wurden, zeigten die Proben 24 h nach Befeldung gewisse Anzeichen auf Erholung, diese waren allerdings nicht statistisch signifikant.

Schlussfolgerungen

Der Anstieg sich teilender Zellen weist darauf hin, dass 2100 MHz Hochfrequenz die Mitoserate verändern kann. Die Art der chromosomalen Anomalien lässt die Vermutung zu, dass diese durch Störungen im Spindelapparat hervorgerufen werden. Die nicht signifikante Erholung 24 h nach Befeldung weist auf bleibende Schädigungen hin. Die Mobilfunkstrahlung hat also das Potenzial, zyto- und genotoxische Wirkungen bei Allium cepa hervorzurufen.