Autor(en):
Deshmukh PS*, Nasare N, Megha K, Banerjee BD, Ahmed RS, Singh D, Abegaonkar MP, Tripathi AK, Mediratta PK.
* Department of Biochemistry, Environmental Biochemistry and Molecular Biology Laboratory, University College of Medical Sciences & G.T.B. Hospital (University of Delhi), Dilshad Garden, Delhi.
Indien
Veröffentlicht in:
Int J Toxicol 2015
Veröffentlicht: 01.05.2015
auf EMF:data seit 31.05.2017
Weitere Veröffentlichungen:
Medizinische/biologische Studien
zur EMF:data Auswertung

Kognitive Beeinträchtigung und neurogenotoxische Wirkungen bei Ratten durch Einwirkung von schwachen Mikrowellen-Feldern.

Cognitive Impairment and Neurogenotoxic Effects in Rats Exposed to Low-Intensity Microwave Radiation.

Original AbstractÜbersetzung n.n. vorhanden!

Quelle: PubMed
Exposition:

900 MHz
1800 MHz
2450 MHz
SAR = 0,5853; 0,5953; 0,6672 mW/kg

EMF:data Auswertung

Zusammenfassung

Dies ist die erste Studie, die die drei in der Telekommunikation verwendeten Frequenzen 900, 1800 und 2450 MHz untersuchte mit der Frage, welche Wirkungen chronische Mikrowellenbestrahlung geringer Intensität auf Lernfähigkeit, Gedächtnis, Hitzeschockproteine (HSP) und DNA-Schädigung in Rattenhirnen haben. Unter Stress werden Hitzeschockproteine aktiv, z. B. wenn Proteine geschädigt, falsch gefaltet oder denaturiert sind, dadurch ihre Aktivität eingeschränkt ist und aus dem Gewebe entfernt werden müssen. Die Konzentration von HSPs steigt dann im Gewebe an. Die Häufung von DNA-Bruchstücken ist ein Anzeichen für ein Ungleichgewicht zwischen DNA-Schädigung und -reparatur, was zu Zelltod oder Krebs führen kann. Mikrowellen können entsprechende Schäden anrichten, abhängig von Frequenz, Intensität und Dauer der Einwirkung.

Studiendesign und Durchführung

24 Männliche Ratten wur-den in 4 Gruppen zu je 6 Tieren (Scheinbestrahlung, 900, 1800 und 2450 MHz) 180 Tage lang in Käfigen gehalten. Die Bestrahlung erfolgte während dieser Zeit mit SAR 5,953 x 10-4, 5,835 x 10-4 bzw. 6,672 x 10-4 W/kg 2 Stunden/Tag 5 Tage/Woche. Vor und nach der Bestrahlung wurde die Körpertemperatur gemessen, die Lern- und Gedächtnisleistung wurde bestimmt durch Messung der Zeit, die jedes Tier braucht, um sich in einem Labyrinth zurechtzufinden. 24 Stunden später erfolgte eine neue Testreihe, um das Erinnerung- und Orientierungsvermögen zu bestimmen. Am Ende der 180 Tage wurden die Gehirne der Tiere auf den Gehalt an HSP70 und die DNA-Schädigung mit dem Alkalischen Komettest untersucht.

Ergebnisse

Es wurden keine Veränderungen der Körpertemperatur gemessen. Alle drei Frequenzen der geringen Intensität verursachten Beeinträchtigungen des Lernens, des Gedächtnisses und der räumlichen Orientierung, die in den Labyrinth-Tests mit den Ratten sichtbar wurden. Außerdem wurde eine signifikante Erhöhung des HSP70-Spiegels gegenüber der Scheinbestrahlung festgestellt nach Bestrahlung mit 900, 1800 und 2450 MHz im nicht-thermischen Bereich. HSP70 ist erhöht, wenn die Zellen Stress ausgesetzt sind. Auch DNA-Schädigungen wurden beobachtet nach der chronischen Einwirkung der drei Frequenzen. Der Komettest ergab signifikant erhöhte DNA-Strangbrüche in den Rattenhirnen im Vergleich zu den scheinbestrahlten Tieren, aber auch signifikant höhere DNA-Schädigungen bei 1800 und 2450 MHz im Vergleich zu 900 MHz.

Schlussfolgerungen

Die Studie zeigt, dass Mikrowellenstrahlung von 900, 1800 und 2450 MHz geringer Intensität (nicht-thermische Wirkung) schädliche Auswirkungen auf Rattenhirne hat, sichtbar an verminderten Hirnleistungen beim Lernen, Gedächtnis und der räumlichen Orientierung. Die signifikant erhöhten HSP70-Spiegel zeigen Zellstress an und die signifikant vermehrten DNA-Strangbrüche können zum Zelltod oder Entartung von Zellen führen. Zur Klärung der Mechanismen sollten weitere Studien mit verschiedenen Intensitäten und Einwirkzeiten durchgeführt werden.