Autor(en):
Gürler HS*, Bilgici B, Akar AK, Tomak L, Bedir A.
* Department of Medical Biochemistry, Faculty of Medicine, Ondokuz Mayıs University, Samsun.
Türkei
Veröffentlicht in:
Int J Radiat Biol 2014; 90 (10): 892–896
Veröffentlicht: Oktober 2014
auf EMF:data seit 01.06.2017
Weitere Veröffentlichungen:
Medizinische/biologische Studien
zur EMF:data Auswertung

Verstärkte DNA-Oxidation (8-OHdG) und Protein-Oxidation (AOPP) durch ein schwaches elektromagnetisches Feld (2,45 GHz) im Gehirn von Ratten und die schützende Wirkung von Knoblauch.

Increased DNA oxidation (8-OHdG) and protein oxidation (AOPP) by Low level electromagnetic field (2.45 GHz) in rat brain and protective effect of garlic.

Original Abstract

Quelle: PubMed
Exposition:

2450 MHz

EMF:data Auswertung

Einleitung

Mikrowellen können nicht-thermische Wirkungen haben wie oxidative Schädigungen, durch Langzeiteinwirkung auch bei niedrigen Feldstärken. Die heute weit verbreitet genutzten Laptops mit WLAN verbreiten im Nahfeld Strahlung mit 2,45 GHz, was bei chronischer Einwirkung während des Datentransfers zu Organschäden führen kann. Es gibt nicht viele Studien, die die oxidativen Wirkungen von 2,45-GHz-Strahlung untersucht haben. Im normalen physiologischen Zustand besteht im Körper ein Gleichgewicht zwischen oxidativem und antioxidativem Status. Störungen dieses Gleichgewichts können bis zur Zellschädigung führen. Wenn die innere antioxidative Kapazität überfordert ist, kann dieses Gleichgewicht nicht aufrechterhalten werden und es kommt zu oxidativen Schäden. Dann sollten Antioxidantien von außen zugeführt werden. Seit einiger Zeit weiß man, dass die Schwefelverbindungen des Knoblauchs antioxidative Wirkung haben. Von Knoblauch ist außerdem bekannt, dass er die Induktion von SOD, CAT, reduziertem GSH, GPx und anderen Enzymen steigern kann. Das Ziel dieser Studie war zu erkunden, ob Knoblauch eine schützende Wirkung hat, wenn die nicht-thermisch einwirkenden Mikrowellen bei 0,02 W/kg SAR bzw. 3,68 V/m eines WLAN-Systems Schäden an DNA, Lipiden und Proteinen im Hirnge-webe und Blutplasma von Ratten erzeugen. Der Grenzwert für SAR liegt bei 0,08 W/kg für die Öffentlichkeit.

Studiendesign und Durchführung

36 Ratten, 5–6 Monate alt, wurden in 3 Gruppen geteilt: unbestrahlte Kontrolle, Bestrahlung mit 2,45 GHz (217-Hz-Modulation), 1,04 mW/cm², 3,68 ± 0,36 V/m (3,17–4,88 V/m) bzw. als dritte Gruppe Bestrahlung und Knoblauchgabe. Die Bestrahlung erfolgte 1 Stunde/Tag an 30 aufeinander folgenden Tagen. Gruppe 3 erhielt täglich 1 Stunde vor der Bestrahlung 2 ml Knoblauchextrakt (Konzentration 50 mg/ml), das entspricht 500 mg/kg Körpergewicht über 30 Tage. Der Knoblauch-Extrakt wurde oral verabreicht. Nach den 30 Tagen wurden Blut und die Gehirne entnommen und auf Lipidperoxidation (MDA), Proteinoxidation (durch oxidative Schädigung von Proteinen können Carbonylgruppen gebildet werden) in Serum und Plasma und die DNA-Oxidation (Bildung von 8-hydroxydeoxyguanosine, 8-OHdG) im Vollblut und im Hirngewebe untersucht.

Ergebnisse

Die bestrahlte Gruppe hatte signifikant erhöhte 8-OHdG-Konzentrationen im Hirngewebe und Blutplasma gegenüber der Kontrollgruppe. Die Verabreichung des Knoblauchextraktes vor der Bestrahlung verhinderte den Anstieg der DNA-Oxidation (des 8-OHdG-Gehaltes). Die Werte der Proteinoxidation (AOPP-Konzentrationen) waren im Plasma signifikant höher gegenüber der Kontrolle, während die Knoblauchgabe im Plasma Werte erbrachte, die denen der Kontrolle entsprachen. Im Hirngewebe sah man keine Unterschiede zwischen den 3 Gruppen. Bei der Bestimmung der Lipidperoxidation zeigten sich keine Unterschiede zwischen den 3 Gruppen, weder im Hirngewebe noch im Blutplasma.

Schlussfolgerungen

Die Experimente zeigen, dass 2,45-GHz-Bestrahlung die DNA und Proteine oxidativ schädigen kann (das Molekül 8-OHdG entsteht hauptsächlich durch oxidative Schädigung/oxidativen Stress der DNA, die erhöhten Car-bonylkonzentrationen zeigen erhöhten oxidativen Stress der Proteine an). Dass keine erhöhte Lipidperoxidation auftrat, könnte an dem niedrigen SAR-Wert von 0,02 W/kg liegen. Man kann daraus schließen, dass niedrige Feldstärken von Mikrowellen DNA-Schädigung in Hirngewebe und Blutplasma der Ratten steigern, während die Proteinoxidation nur im Plasma erhöht war. Knoblauch kann diese oxidativen Wirkungen signifikant vermindern.