National Key Basic Research Project (2011CB503705) and Beijing Municipal Education Commission Science and Technology Project (KM201310005029).
Mobilfunkstrahlung steht im Verdacht, in biologischen Systemen übermäßige Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) zu erzeugen. ROS wiederum können biologische Makromoleküle, insbesondere DNA, schädigen und so zu gesundheitlichen Problemen und Alterung führen. In der vorgestellten Studie wurde die Wirkung von 1800 MHz-Hochfrequenz auf die Mausembryonen-Fibroblastenzelllinie NIH/3T3 in vitro untersucht.
Die Zellen wurden mit einem pulsmodulierten, diskontinuerlichen (5 min AN, 10 min AUS) GSM-Signal, resultierend in einem durchschnittlichen SAR-Wert von 2 W/kg, über 0,5, 1, 1,5, 2, 4, 6 und 8 h befeldet bzw. schein-befeldet.
Die Autoren analysierten intrazelluläre ROS (DCFH-DA), DNA-Strangbrüche (γH2AX) und Apoptose (Durchflusszytometrie).
Nach 1, 4 und 8 h Befeldung wurden im Vergleich zu den schein-bestrahlten Kontrollen signifikant erhöhte ROS in den Zellen gefunden. Nach den anderen Bestrahlungsdauern wurde zwar ein Trend zu erhöhten intrazellulären ROS gefunden, dieser erreichte allerdings keine statistische Signifikanz. Die Durchflusszytometrie zeigte ebenfalls nach 1, 4 und 8 h Befeldung eine signifikante Steigerung der Zellen im späten Apoptosestadium. Wiederum konnte zu den anderen Zeitpunkten lediglich ein erhöhter Trend ohne statistische Signifikanz gezeigt werden. Die Anteile der nekrotischen, gesunden und früh-apoptotischen Zellen veränderten sich nicht signifikant. Die γH2AX-Analyse zeigte keine signifikanten Unterschiede, sondern lediglich einen erhöhten Trend zu allen Befeldungszeitpunkten.
Die Daten der Studie geben einen Hinweis darauf, dass die Hochfrequenz zu einer erhöhten Produktion reaktiver Sauerstoffspezies und spät-apoptotischen Zellen führen kann. Die Zeitpunkte, zu denen diese beiden Parameter erhöht waren, stimmen überein, sodass dies wiederum möglicherweise auf einen Zusammenhang hindeuten könnte. Es wurden keine Hinweise auf DNA-Schäden gefunden. Insgesamt wurden wenige Parameter untersucht, was zu einer dementsprechenden Aussagekraft der Studie führt. Das Befeldungssetup ist sinnbringend gewählt. (RH)