Autor(en):
Hou Q*, Wang M, Wu S, Ma X, An G, Liu H, Xie F.
* College of Life Sciences and Bioengineering, Beijing University of Technology, Beijing.
China
Veröffentlicht in:
Electromagn Biol Med 2015; 34 (1): 85–92
Veröffentlicht: März 2015
auf EMF:data seit 01.06.2017
Weitere Veröffentlichungen: Studie gefördert durch:

National Key Basic Research Project (2011CB503705) and Beijing Municipal Education Commission Science and Technology Project (KM201310005029).

Medizinische/biologische Studien
zur EMF:data Auswertung

Oxidative Veränderungen und Apoptose bei NIH/3T3-Zellen durch elektromagnetische Felder von 1800 MHz.

Oxidative changes and apoptosis induced by 1800-MHz electromagnetic radiation in NIH/3T3 cells.
Exposition:

1800 MHz
SAR = 2 W/kg

EMF:data Auswertung

Einleitung

Mobilfunkstrahlung steht im Verdacht, in biologischen Systemen übermäßige Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) zu erzeugen. ROS wiederum können biologische Makromoleküle, insbesondere DNA, schädigen und so zu gesundheitlichen Problemen und Alterung führen. In der vorgestellten Studie wurde die Wirkung von 1800 MHz-Hochfrequenz auf die Mausembryonen-Fibroblastenzelllinie NIH/3T3 in vitro untersucht.

Quelle: Reviews von BERENIS, STOA und Henry Lai | Studienrecherche 2015-4

Studiendesign und Durchführung

Die Zellen wurden mit einem pulsmodulierten, diskontinuerlichen (5 min AN, 10 min AUS) GSM-Signal, resultierend in einem durchschnittlichen SAR-Wert von 2 W/kg, über 0,5, 1, 1,5, 2, 4, 6 und 8 h befeldet bzw. schein-befeldet.

Ergebnisse

Die Autoren analysierten intrazelluläre ROS (DCFH-DA), DNA-Strangbrüche (γH2AX) und Apoptose (Durchflusszytometrie).

Nach 1, 4 und 8 h Befeldung wurden im Vergleich zu den schein-bestrahlten Kontrollen signifikant erhöhte ROS in den Zellen gefunden. Nach den anderen Bestrahlungsdauern wurde zwar ein Trend zu erhöhten intrazellulären ROS gefunden, dieser erreichte allerdings keine statistische Signifikanz. Die Durchflusszytometrie zeigte ebenfalls nach 1, 4 und 8 h Befeldung eine signifikante Steigerung der Zellen im späten Apoptosestadium. Wiederum konnte zu den anderen Zeitpunkten lediglich ein erhöhter Trend ohne statistische Signifikanz gezeigt werden. Die Anteile der nekrotischen, gesunden und früh-apoptotischen Zellen veränderten sich nicht signifikant. Die γH2AX-Analyse zeigte keine signifikanten Unterschiede, sondern lediglich einen erhöhten Trend zu allen Befeldungszeitpunkten.

Schlussfolgerungen

Die Daten der Studie geben einen Hinweis darauf, dass die Hochfrequenz zu einer erhöhten Produktion reaktiver Sauerstoffspezies und spät-apoptotischen Zellen führen kann. Die Zeitpunkte, zu denen diese beiden Parameter erhöht waren, stimmen überein, sodass dies wiederum möglicherweise auf einen Zusammenhang hindeuten könnte. Es wurden keine Hinweise auf DNA-Schäden gefunden. Insgesamt wurden wenige Parameter untersucht, was zu einer dementsprechenden Aussagekraft der Studie führt. Das Befeldungssetup ist sinnbringend gewählt. (RH)