Autor(en):
Sharma VP*, Kumar NR*.
* Department of Environment and Vocational Studies, Panjab University, Chandigarh 160 014.
Indien
Veröffentlicht in:
Current Science 2010; 98 (10): 1376-1378
Veröffentlicht: 25.05.2010
auf EMF:data seit 08.06.2017
Weitere Veröffentlichungen:
Schlagwörter zu dieser Studie:
Verhalten und kognitive Prozesse
Medizinische/biologische Studien

Veränderungen im Verhalten und in der Biologie der Honigbiene unter dem Einfluss von Handy-Befeldungen.

Changes in honeybee behaviour and biology under the influence of cellphone radiations.

Original AbstractÜbersetzung n.n. vorhanden!

Exposition:

900 MHz
Mobiltelefone
56,8 V/m; 8,549 µW/cm²

EMF:data Recherche

Erklärungen für das Bienensterben fußen bisher auf vielen Vermutungen. Milben kommen als Ursache ebenso in Frage wie Viren, Umwelteinflüsse, Nahrungsmangel oder Pestizide. Nun haben die Forscher Ved Prakash Sharma und Neelima Kumar von der Punjab University im indischen Chandigarh mit ihrer Studie belegt, dass der Zusammenbruch eines Bienenvolkes durch Mobilfunkstrahlung verursacht werden kann.

Die Wissenschaftler bestrahlten einen Bienenstock mehrmals täglich mit zwei Handys. Nach drei Monaten verzeichneten sie eine deutliche Verkleinerung des Bienenvolkes und eine geringere Anzahl von Eiern. Außerdem war die Honig-Produktion zum Erliegen gekommen. Die Arbeiterinnen kehrten immer seltener zum Bienenstock zurück, nachdem sie Nektar gesammelt hatten. Auffällig war, dass die Bienen nicht in ihrem Stock starben und auch in der näheren Umgebung nicht vermehrt tote Tiere zu finden waren. Die Autoren der im Journal "Current Science" veröffentlichten Studie kommen zu dem Schluss, dass sich die elektromagnetischen Wellen des Mobilfunks störend auf den Navigationssinn der Bienen auswirken.

Das EMF-Portal der RWTH Aachen (Referenzdatenbank der WHO) informiert:

Zwei Honigbienen-Kolonien wurden zweimal die Woche von Februar bis April (während zweier Brut-Zyklen) exponiert und zwei Kolonien wurden schein-exponiert. Frequenz 900 MHz, Expositionsdauer: kontinuierlich für 15 Min. zweimal täglich, zweimal pro Woche von Februar bis April (1100 h und 1500 h insgesamt), elektrische Feldstärke: 56,8 V/m, Leistungsflussdichte: 8,549 μW/ cm².

"Es wurde eine signifikante Abnahme der Kolonie-Stärke (neun Waben-Rahmen in den schein-exponierten und fünf Rahmen in den exponierten Kolonien) sowie in der Eier-Legerate der Königin (144,8 Eier/Tag in der exponierten Kolonie, 376,2 Eier/Tag in der scheinexponierten Kolonie) gefunden. Die Fähigkeit zur Honig-Vorratshaltung nahm aufgrund des Verlustes zurückkehrender Bienen ab (28,3 Bienen/Min. in der exponierten Kolonie und 41,3 Bienen/Min. in der schein-exponierten Kolonie) und am Ende des Experiments gab es weder Honig noch Pollen noch Brut oder Bienen in der exponierten Kolonie, was zum vollständigen Verlust der Kolonie führte. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Kolonie-Zusammenbruch als Ergebnis der Handy-Befeldungen zustandekommt."