Autor(en):
Harakawa S*, Hori T, Nedachi T, Suzuki H.
* Bio‐Self‐Regulating Science Laboratory, Obihiro University of Agriculture and Veterinary Medicine, Obihiro.
Japan
Veröffentlicht in:
Bioelectromagnetics 2020 Feb;41(2):156-163
Veröffentlicht: Februar 2020
auf EMF:data seit 29.05.2020
Weitere Veröffentlichungen:
Schlagwörter zu dieser Studie:
Endokrine und hormonelle Veränderungen
Medizinische/biologische Studien
zur EMF:data Auswertung

Geschlechts- und Altersunterschiede in der unterdrückenden Wirkung eines 50 Hz elektrischen Feldes auf den durch Immobilisierung hervorgerufenen Anstieg von Plasma-Glukokortikoid bei Mäusen.

Gender and Age Differences in the Suppressive Effect of a 50 Hz Electric Field on the Immobilization-Induced Increase of Plasma Glucocorticoid in Mice.

Original AbstractÜbersetzung n.n. vorhanden!

Exposition:

NF (50/60 Hz)

EMF:data Auswertung

Zusammenfassung

Die niederfrequenten elektrischen Felder (EF) von Hochspannungsleitungen (50 und 60 Hz) in häuslicher und industrieller Umgebung sind weit verbreitet, die biologischen Wirkungen zu verstehen ist daher von Bedeutung. Elektrische Felder wurden in Japan für mindestens 50 Jahre in Kliniken zur Behandlung und Erhaltung der Gesundheit angewendet, in medizinischen Einrichtungen und Haushalten. Zur Behandlung von Knochenerkrankungen, Verbesserung der Knochenheilung oder Heilung von Wunden. Elektrische Felder können Hautschäden behandeln und Zell- und humorale Reaktionen auslösen. Die biologische Wirkung ist noch nicht gut verstanden. Elektrische Felder können leicht abgeschirmt werden, Magnetfelder nicht und sind deshalb wichtiger für den Menschen. Allerdings kann ein besseres Verständnis der biologischen Wirkung der elektrischen Felder beitragen, sie für Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit zu nutzen. Es gab bereits ein früheres Experiment zur Beurteilung der Wirksamkeit von 50-Hz-Feldern zur Reduktion der Stressreaktion bei immobilisierten Nagetieren. Die Wirkung auf Glucocorticoid-Gehalte (GC) im Plasma war verstärkt, wenn große Hautflächen betroffen waren, aber nicht bei kleinen Teilen der Hautoberflächen. Kürzlich wurde gezeigt, dass der Anstieg des GC-Gehaltes durch Fixierung der Mäuse reduziert war, wenn ein 50-Hz-Feld einwirkte. Die Wirkung war abhängig von Intensität (kV/m) und Dauer, besonders deutlich 20 Minuten nach Fixierung der Tiere. Die Forschergruppe entwickelte ein experimentelles Systems zur Charakterisierung der Wirkung von niederfrequenten elektrischen Feldern auf Stressreaktionen. Man wollte auch wissen, ob es Unterschiede bei Alterstufen und Geschlechtern gibt. Weil Stress eine wichtige Rolle beim Entwickeln von verschiedenen Erkrankungen spielt, könnten diese Ergebnisse zum Verständnis der Wirkungsweise von elektrischen Feldern beitragen.

Quelle: ElektrosmogReport Mai 2020 | 26. Jahrgang, Nr. 2

Studiendesign und Durchführung

In allen Experimenten wurde Intensität von 10 kV bei 50 Hz eingesetzt, weil in früheren Experimenten herauskam, dass diese Intensität die höchste Anti-Stress-Wirkung hatte. Je 6 Tiere wurden in 4 Gruppen unterteilt: Scheinbestrahlte Kontrollen, männliche Mäuse (8, 13, 23, und 53 Wochen alt), intakte weibliche Mäuse sowie Mäuse, bei denen die Eierstöcke entfernt worden waren (8 Wochen alt). In den Gruppen Kontrolle, elektrische Felder allein, Immobilisierung allein und eine Gruppe fixiert und befeldet. Die Befeldung dauerte 60 Minuten. In einem zweiten Ansatz wurden Körpergewicht, GC-Gehalt, Zahl der weißen und roten Blutkörperchen sowie der Thrombozyten und Hämoglobin und Hämatokrit bestimmt.

Ergebnisse

Es gab keine Unterschiede in den Plasma-GC-Gehalten bei männlichen Tieren zwischen EF allein und den Kontrollgruppen, bei den fixierten Tieren jedoch waren die Gehalte signifikant höher, die durch Einwirkung der E-Felder signifikant vermindert wurden, aber höher lagen als bei den Kontrollen und EF allein. Ähnliche Trends gab es bei den weiblichen Tieren, aber generell hatten sie höhere Konzentrationen als die männlichen Tiere. Bei der Zahl der weißen Blutzellen gab es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen, während die weiblichen Tiere höhere Werte bei roten Blutkörperchen, Hämoglobin und Hämatokrit hatten. Alle anderen Parameter zeigten Unterschiede, sowohl bei den Geschlechtern als auch bei den Altersgruppen, allerdings waren alle nicht-signifikant.

Schlussfolgerungen

Man konnte Unterschiede in den Reaktionen je nach Alter und Geschlecht feststellen, jedoch gab es nur beim Glucocorticoid-Gehalt signifikante Unterschiede. Die Tiere hatten unter Stress durch Fixation signifikant höhere Werte, die durch die Feldbehandlung wiederum signifikant verringert wurden. Beide Werte lagen aber bei beiden Geschlechtern noch über den Kontroll- und EF-Werten. Zwischen intakten weiblichen Mäusen und denen ohne Eierstöcke gab es kaum Unterschiede. Die hier angewendeten elektrischen Felder hatten demnach eine supprimierende Wirkung auf den Glucocorticoid-Gehalt, d. h. sie haben eine Anti-Stress-Wirkung. Bei Geschlecht und Alter war der Plasma-GC-Gehalt bei den fixierten Mäusen dreimal höher als in der Kontrollgruppe, was wahrscheinlich auf den Einfluss der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) des endokrinen Systems zurückzuführen ist.

Es wurde hier gezeigt, dass elektrische Felder den Anstieg von Stresshormonen unterdrücken, wenn die Mäuse fixiert sind. Durch die Fixierung allein steigen die Stresshormone signifikant an gegenüber den Kontrolltieren. Diese Reaktionen zeigten sich bei männlichen, intakten weiblichen und solchen Tieren, deren Eierstöcke entfernt worden waren. Weitere Studien mit mehrfacher und Langzeit-Befeldung sollten folgen, um die Wirkung der elektrischen Felder auf das endokrine System über Tage oder Wochen zu testen. Die jetzigen Ergebnisse beantworten fundamentale Fragen, wie elektrische Felder auf Geschlecht und Alter wirken, und bestätigen die Änderungen der Stressantwort durch die Felder trotz der Altersunterschiede. (IW)