Tunisian Ministry of Higher Education and Scientific Research.
Da Quellen hochfrequenter elektromagnetischer Felder, einschließlich WLAN-Geräte, heutzutage allgegenwärtig sind, ist eine Hochfrequenzbelastung schwangerer Frauen unvermeidbar. Es ist wahrscheinlich, dass sie gleichzeitig anderen Stressfaktoren ausgesetzt sind. Das Ziel der hier vorgestellten Studie war es, die Auswirkung von WLAN-Strahlung und Stress, einzeln oder kombiniert, auf die postnatale Entwicklung und das Verhalten von Rattennachwuchs zu untersuchen.
Trächtige Rattenweibchen (n = 6) wurden in 4 Gruppen unterteilt: (1) Kontrolle – unbestrahlt ohne Fixierung; (2) WLAN – Gruppe; (3) Fixierung; (4) WLAN + Fixierung. Die Befeldung wurde mit einem kommerziellen Router (D-Link DWAL-3200 AP mit 802.11g Protokoll), dessen Antennen 25 cm von den Käfigen entfernt waren, durchgeführt. Befeldung und Fixierung erfolgten 2 h täglich, von Beginn der Trächtigkeit bis zur Geburt.
Die Wissenschaftler untersuchten Verhalten (negative Gravitaxis, Suspensionstest [Jugendalter], erhöhtes Plus-Labyrinth, offenen Feldtest, stationären Balken [Erwachsen]), oxidative Stressmarker im Gehirn (MDA, SOD, CAT) und biochemische Parameter im Serum (Glucose, Triglyceride, LDH, ALAT ASAT, Phosphor, Kalzium).
Es wurde keine Auswirkung auf Trächtigkeitsverlauf gefunden. Die Verhaltenstests lieferten im Vergleich zu den Kontrollen Hinweise für ein gesteigertes Angstverhalten durch WLAN und Fixierung alleine, nicht jedoch bei Kombination der beiden Stressoren. Bei den oxidativen Stressmarkern konnten lediglich folgende statistisch signifikante Daten im Vergleich zur Kontrollgruppe erzeugen: MDA gesteigert bei männlichen Nachkommen Gruppe 2; MDA gesteigert bei weiblichen Nachkommen Gruppe 3; SH gesteigert bei weiblichen Nachkommen Gruppe 3; SOD gesteigert bei männlichen Nachkommen Gruppe 2; CAT gesteigert bei männlichen Nachkommen Gruppe 2. Die Überprüfung der biochemischen Parameter im Serum ergab bei männlichen Nachkommen der Gruppe 2 im Falle von LDH und Magnesium und Gruppe 3 im Falle von Phosphor signifikante Veränderungen im Vergleich zur Kontrolle. Weibliche Nachkommen erzielten statistisch signifikante Unterschiede bei Glucose in Gruppe 3, LDH in Gruppe 3 und Phosphor in Gruppe 2, im Vergleich zur Kontrolle.
Obwohl die Autoren von signifikanten gesundheitsschädlichen Auswirkungen, insbesondere bei Kombination beider Stressfaktoren sprechen, entstehen bei näherer Betrachtung der Datensätze Zweifel, ob diese wirklich belastbar genug sind um diese Aussagen treffen zu können. Es werden insgesamt wenig statistisch signifikante Daten bei Gruppe 4 im Vergleich zur Kontrolle erzeugt. Man würde davon ausgehen, dass eine Kombination beider Stressfaktoren eine ähnliche bzw. ggf. gesteigerte Wirkung erzeugt als nur einer der beiden Faktoren. Die Dosimetrie ist in dieser Studie nicht vorhanden, es werden keine Angaben dazu gemacht, inwiefern der Router aktiv Daten transferiert oder nicht. (RH)