Tunisian Ministry of Higher Education and Scientific Research.
Auf Grund technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen ist es heutzutage nahezu unvermeidbar, Stress und Mobilfunk- bzw. WLAN-Strahlung ausgesetzt zu werden. Das Ziel dieser Studie war es, die Auswirkung von Fixierungsstress sowie 2,45 GHz-WLAN-Befeldung, einzeln und kombiniert, auf Verhalten (Angst und Gedächtnis) und oxidativen Stress im ZNS von Ratten (n = 6) zu bewerten.
Die erwachsenen männlichen Wistar-Ratten wurde in vier Gruppen unterteilt: (1) Kontrollgruppe; (2) WLAN-Gruppe; (3) fixierte Gruppe; (4) Fixierung + WLAN-Gruppe. Die Befeldung erfolgte mit einem WLAN-Router (D-Link DWL-3200 AP) 2 h täglich über einen Zeitraum von 20 Tagen. Die Autoren untersuchten Körpergewicht, Verhalten (erhöhtes Plus-Labyrinth – Angstverhalten; Morris Wasserlabyrinth – Lernverhalten), oxidative Stressmarker im Gehirn (MDA, SOD, CAT) sowie Cholinesterase-Aktivität in Gehirn und Serum.
Das Körpergewicht der Versuchstiere war in der fixierten Gruppe (3) und kombiniert belasteten Gruppe (4) im Vergleich zur Kontrolle signifikant verringert. Die Verhaltenstests zeigten verändertes Angstverhalten, nicht aber Lernverhalten in Gruppe (2) (3) und (4) im Vergleich zur Kontrolle, wobei Gruppe (2) und (4) mehr statistisch signifikante Angstreaktionen zeigten. Lediglich die alleinige WLAN-Befeldung zeigte statistisch signifikante Veränderungen des MDA-Gehalts. Die CAT-Aktivität war nach WLAN-Befeldung (2) und Fixierung (3) signifikant erhöht, bei der Kombination beider Stressfaktoren (4) jedoch unverändert. Die Aktivität der Acetylcholinesterase war lediglich im Gehirn und bei Gruppe (2) signifikant erhöht im Vergleich zur Kontrolle.
Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass die 2,45 GHz-Befeldung mit einem kommerziellen WLAN-Router oxidativen Stress und Verhaltensänderungen hervorrufen kann. Eine additive Wirkung von WLAN und Fixierungsstress wird nicht beobachtet. Eine Veränderung der Acetylcholinesterase-Aktivität könnte mit einer veränderten Reizweiterleitung im ZNS in Zusammenhang stehen. Die Studie besitzt jedoch auch einige Limitationen, so wird z.B. nicht erläutert, inwiefern der WLAN-Router aktiv war (z.B. durch Datentransfer). Es wurden ebenfalls keine dosimetrischen Untersuchungen durchgeführt oder Feldstärken bzw. SAR-Werte angegeben. (RH)