Autor(en):
Othman H*, Ammari M, Sakly M, Abdelmelek H.
* Faculty of Sciences of Bizerte, Laboratory of Integrative Physiology, University of Carthage, 7021, Jarzouna.
Tunesien
Veröffentlicht in:
Metab Brain Dis 2017; 32 (5): 1459-1469
Veröffentlicht: 27.04.2017
auf EMF:data seit 16.01.2023
Weitere Veröffentlichungen: Studie gefördert durch:

Tunisian Ministry of Higher Education and Scientific Research.

Medizinische/biologische Studien
zur EMF:data Auswertung

Wirkungen von wiederholtem Stress durch Immobilisierung und WiFi-Exposition auf das Verhalten und oxidativen Stress bei Ratten.

Effects of Repeated Restraint Stress and WiFi Signal Exposure on Behavior and Oxidative Stress in Rats.

Original Abstract

Exposition:

2450 MHz
Mobiles Internet/WLAN

EMF:data Auswertung

Einleitung

Auf Grund technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen ist es heutzutage nahezu unvermeidbar, Stress und Mobilfunk- bzw. WLAN-Strahlung ausgesetzt zu werden. Das Ziel dieser Studie war es, die Auswirkung von Fixierungsstress sowie 2,45 GHz-WLAN-Befeldung, einzeln und kombiniert, auf Verhalten (Angst und Gedächtnis) und oxidativen Stress im ZNS von Ratten (n = 6) zu bewerten.

Quelle: Reviews von BERENIS, STOA und Henry Lai

Studiendesign und Durchführung

Die erwachsenen männlichen Wistar-Ratten wurde in vier Gruppen unterteilt: (1) Kontrollgruppe; (2) WLAN-Gruppe; (3) fixierte Gruppe; (4) Fixierung + WLAN-Gruppe. Die Befeldung erfolgte mit einem WLAN-Router (D-Link DWL-3200 AP) 2 h täglich über einen Zeitraum von 20 Tagen. Die Autoren untersuchten Körpergewicht, Verhalten (erhöhtes Plus-Labyrinth – Angstverhalten; Morris Wasserlabyrinth – Lernverhalten), oxidative Stressmarker im Gehirn (MDA, SOD, CAT) sowie Cholinesterase-Aktivität in Gehirn und Serum.

Ergebnisse

Das Körpergewicht der Versuchstiere war in der fixierten Gruppe (3) und kombiniert belasteten Gruppe (4) im Vergleich zur Kontrolle signifikant verringert. Die Verhaltenstests zeigten verändertes Angstverhalten, nicht aber Lernverhalten in Gruppe (2) (3) und (4) im Vergleich zur Kontrolle, wobei Gruppe (2) und (4) mehr statistisch signifikante Angstreaktionen zeigten. Lediglich die alleinige WLAN-Befeldung zeigte statistisch signifikante Veränderungen des MDA-Gehalts. Die CAT-Aktivität war nach WLAN-Befeldung (2) und Fixierung (3) signifikant erhöht, bei der Kombination beider Stressfaktoren (4) jedoch unverändert. Die Aktivität der Acetylcholinesterase war lediglich im Gehirn und bei Gruppe (2) signifikant erhöht im Vergleich zur Kontrolle.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass die 2,45 GHz-Befeldung mit einem kommerziellen WLAN-Router oxidativen Stress und Verhaltensänderungen hervorrufen kann. Eine additive Wirkung von WLAN und Fixierungsstress wird nicht beobachtet. Eine Veränderung der Acetylcholinesterase-Aktivität könnte mit einer veränderten Reizweiterleitung im ZNS in Zusammenhang stehen. Die Studie besitzt jedoch auch einige Limitationen, so wird z.B. nicht erläutert, inwiefern der WLAN-Router aktiv war (z.B. durch Datentransfer). Es wurden ebenfalls keine dosimetrischen Untersuchungen durchgeführt oder Feldstärken bzw. SAR-Werte angegeben. (RH)