Die Studie ergab, dass bei Männern, die eine Fruchtbarkeitsuntersuchung durchführen lassen wollten, die Häufigkeit der Laptop-Nutzung das Spermavolumen verringerte, und bei Nutzern, die 2 bis 5 Stunden pro Tag am Laptop verbrachten, war die Wahrscheinlichkeit, dass bei ihnen ein niedriges Spermavolumen diagnostiziert wurde, etwa 16 Mal höher. Obwohl sowohl Laptops als auch Tablets hochfrequente elektromagnetische Strahlung (HF-EMF) übertragen, können die Unterschiede in der relativen Größe und der Nähe der WLAN-Antennen beider Geräte zu Organen und Geweben zu Unterschieden in der Verteilung und Absorption von HF-EMF führen. Die Position von Tablets, die im Vergleich zu Laptops in der Regel weiter vom Schoß und den Fortpflanzungsorganen entfernt gehalten werden, kann zu einer geringeren HF-EMF-Exposition der Hoden führen. Dieser Unterschied in der Positionierung könnte zu der beobachteten geringeren Signifikanz der Auswirkungen der Tablet-Nutzung auf TMSC beitragen.
Zukünftige Studien sind erforderlich, um zu erforschen, was „sichere“ Entfernungen für den Betrieb von drahtlosen Geräten sind, und um zwischen HF-EMF-spezifischen thermischen Effekten und nicht-thermischen Effekten auf Spermienparameter zu unterscheiden. Da jedoch die Mehrheit angab, ihren Laptop auf dem Schreibtisch und nicht auf dem Schoß zu benutzen, ist die Wahrscheinlichkeit einer nicht-thermischen HF-EMF-Exposition (deutlich) größer als die thermischer Effekte. Das Ergebnis, dass eine erhöhte Laptop-Nutzung mit einer Verringerung des Spermavolumens korreliert, ist besorgniserregend.
Sekrete aus den Samenblasen und der Prostata machen etwa 90 % des Spermavolumens aus. In Tierstudien wurden signifikante pathologische Veränderungen an den Samenblasen nach Exposition mit Wi-Fi-Strahlung festgestellt. Obwohl der Zusammenhang zwischen erhöhtem Laptop-Konsum und TMSC nur annähernd signifikant war, hätte die Signifikanz möglicherweise mit einem größeren Stichprobenumfang erreicht werden können. Es gibt mehrere Berichte, die zeigen, dass afrikanisch-karibische Männer, insbesondere jamaikanische Männer, anders auf bestimmte äußere Faktoren reagieren, was zu einer ungewöhnlich hohen Inzidenz von Prostatakrebs im Vergleich zur weltweit gemeldeten Inzidenz führt. Insgesamt unterstützen diese Ergebnisse die Notwendigkeit weiterer kulturell relevanter zukünftiger Studien. Besonders besorgniserregend ist auch die Feststellung, dass es einen Zusammenhang zwischen der vermehrten Nutzung von Laptops und einer verlängerten Zeit des Empfängnisversuchs gibt.
Die Autoren schlagen vor, die Untersuchung der Nutzung drahtloser Geräte als Standardverfahren in die Untersuchung von Männern auf Unfruchtbarkeit aufzunehmen. Insbesondere Männern in den Gruppen mit mittlerer und hoher Nutzung sollte geraten werden, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um das Risiko einer übermäßigen EMF-Exposition durch diese Geräte zu minimieren. Einige Einschränkungen des Studiendesigns müssen erwähnt werden: Die Ergebnisse sind möglicherweise nicht allgemein auf die gesamte männliche Bevölkerung übertragbar, da sich die Untersuchung ausschließlich auf jamaikanische Männer konzentrierte, die sich einer Unfruchtbarkeitsuntersuchung unterzogen. Eine weitere erwähnenswerte Einschränkung ist, dass die HF-EMF-Emissionen während der Analyse nicht gemessen wurden. (AT)