Autor(en):
Laván D*, Argüelles N, Lluncor A, Huaman D, Moyano J, Ubillus J, Peña M, Paredes M, Hernández I, Guerra A, De La Cruz-Vargas J, Cruz V.
* Instituto de Investigaciones en Ciencias Biomédicas, Facultad de Medicina Humana, Universidad Ricardo Palma, Lima.
Peru
Veröffentlicht in:
Front Neurol 2025; 16: 1616435
Veröffentlicht: 03.10.2025
auf EMF:data seit 19.11.2025
Weitere Veröffentlichungen: Studie gefördert durch:

The Vice-Rectorate for Research at the Ricardo Palma University.

Schlagwörter zu dieser Studie:
Alzheimer  |  (Oxidative) Stress-Reaktion
Reviews/Übersichtsarbeiten
zur EMF:data Auswertung

Review zur Evidenz zum Einfluss von WLAN-Strahlung im 2,4-GHz-Bereich auf oxidativen Stress und den möglichen Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit.

Review of the evidence on the influence of Wi-Fi 2.4 GHz radiation on oxidative stress and its possible relationship with Alzheimer’s disease.

Original Abstract

To date, there is no scientific consensus on whether wireless communication systems, such as 2.4 and 5 GHz Wi-Fi, play a crucial role in the development of Alzheimer’s disease through oxidative stress. Although numerous studies have linked oxidative stress to exposure to electromagnetic radiation from wireless systems in various biological contexts, these studies have not established a direct connection to neurodegenerative diseases. Research on Alzheimer’s disease and oxidative stress is an active field in neuroscience and medicine, as oxidative stress involves an imbalance between the production of free radicals and the antioxidant system’s ability to neutralize them, leading to cellular and neuronal damage. It is essential to recognize that Alzheimer’s disease is multifactorial, and its development generally
results from a complex interaction of genetic, environmental, and lifestyle factors. The relationship between wireless systems such as Wi-Fi and oxidative stress, as well as its possible link to Alzheimer’s disease, continues to be the subject of research and debate in the scientific community. Although some studies have explored this possible association, the results have been mixed and inconclusive. While research on the health effects of wireless systems remains relevant, it is prudent not to consider this association as an established fact until solid and consistent scientific evidence is available. The study we present focuses on indirectly analyzing the relationship between genes that respond to oxidative stress upon exposure to Wi-Fi 2.4 GHz electromagnetic waves and genes associated with the development of Alzheimer’s disease. Our results indicate that the modification of key genes involved in neurodegeneration, such as GSK3B and APOE, could be exacerbated by prolonged exposure to this radiation. It is essential for future research to explore this hypothesis to further clarify the potential risks associated with electromagnetic radiation and its impact on neuronal health and the progression of Alzheimer’s disease.

Keywords

Alzheimer’s disease | oxidative stress | electromagnetic radiation | Wi-Fi exposure |
neurodegeneration | neuronal damage

Exposition:

2400 MHz
Mobiles Internet/WLAN

EMF:data Auswertung

Einleitung

Eine neue Studie einer peruanischen Forschungsgruppe untersucht die Auswirkungen von 2,4-GHz-WLAN-Strahlung, insbesondere ihre Rolle bei oxidativem Stress und den möglichen Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit (AD). Die Alzheimer-Krankheit ist multifaktoriell und ihre Entstehung ist in der Regel das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels von genetischen, umweltbedingten und lebensstilbezogenen Faktoren.

Quelle: ElektrosmogReport 4/2025 | 31. Jahrgang Nr. 4

Studiendesign und Durchführung

Die Autoren führten eine Literaturrecherche gemäß den PRISMA-Richtlinien durch. Der Review befasste sich mit drei Fragen:

1) Wie wirkt sich die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern mit 2,4 GHz auf die Genexpression im Zusammenhang mit der oxidativen Stressreaktion, der genomischen Stabilität, dem Stoffwechsel und der zellulären Regulation aus?

2) Wie beeinflusst die Regulierung von oxidativem Stress und Proteinhomöostase das Fortschreiten der Neurodegeneration bei Alzheimer?

3) Können Gene, die mit Alzheimer in Verbindung stehen, funktionell mit Genen interagieren, die an der DNA-Reparatur, dem Stoffwechsel und der zellulären Regulation beteiligt sind?

Ergebnisse

49 Studien wurden für die Synthese und zur Kartierung genetischer Beziehungen herangezogen. Eine Reihe von Genen, darunter APOE und GSK3B, wurden direkt mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht. Im Allgemeinen (über die Pathogenese von AD hinaus) spielen die Gene MAGED4, HSPB8, HSPB6, HSF1, HSPA4, HSPB1 und MAPKAPK5 eine entscheidende Rolle bei der zellulären Reaktion auf oxidativen Stress, einem Schlüsselfaktor in der Pathogenese verschiedener Krankheiten. Diese Gene tragen zum Schutz der Zellen bei, indem sie die Proteinhomöostase regulieren, fehlgefaltete Proteine stabilisieren und die durch reaktive Sauerstoffspezies (ROS) induzierte Apoptose verhindern, was ihre Bedeutung für die Vorbeugung von oxidativem Stress bedingten Erkrankungen unterstreicht. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) mit einer Frequenz von 2,4 GHz die Expression mehrerer Gene verändert, die mit der DNA-Replikation, der zellulären Homöostase und dem Stoffwechsel in Verbindung stehen. Unter diesen zeigen POLD4 und FEN1, die beide für die DNA-Replikation und -Reparatur unerlässlich sind, eine veränderte Expression, die die genomische Stabilität beeinträchtigen könnte. Darüber hinaus weist EXOG, das an der Reparatur der mitochondrialen DNA beteiligt ist, Veränderungen auf, die auf eine mögliche Störung der Mitochondrienfunktion hindeuten. Zusammengenommen deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass WLAN-Exposition die genomische Stabilität, den Stoffwechsel und die zelluläre Regulation erheblich verändern kann. Gene, die die Alzheimer-Krankheit regulieren ABCA7, PICALM, CLU, TREM2, APOE, SORL1, GSK3B und PRNP kreuzten sich mit den Genen HSP27 oder HSPB1 und HSP70 oder HSPA4 (alle aus der „heat shock protein“-Familie), die oxidativen Stress regulieren. Die Gene, die an der Regulierung der Alzheimer-Krankheit beteiligt sind, kreuzten sich mit den Genen POLD4, FEN1, EXOG (und 10 weiteren), die nach der Exposition gegenüber 2,4-GHz-WLAN eine verringerte Expression zeigten.

Schlussfolgerungen

Jüngste Forschungen zur Alzheimer-Krankheit (AD) haben mehrere Gene identifiziert, die zu ihrer Pathogenese beitragen. Diese Gene befinden sich in einer hochdynamischen biologischen Umgebung, in der oxidativer Stress eine zentrale Rolle bei der mit Neurodegeneration verbundenen Zellschädigung spielt. Von besonderem Interesse bei der Alzheimer-Krankheit ist insbesondere die Aktivierung von Hitzeschockproteinen wie HSPB1 und HSPA4, die die Zellen vor oxidativem Stress schützen, da sie diesem entgegenwirken könnten. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass WLAN-Exposition die Expression von Genen verändern kann, die an DNA-Replikations- und Reparaturprozessen beteiligt sind, was darauf hindeutet, dass die Exposition gegenüber dieser Strahlungsfrequenz die genomische Stabilität und die Mitochondrienfunktion beeinträchtigen könnte. Obwohl die Autoren keine direkten Beweise für einen Zusammenhang zwischen WLAN-Exposition und AD finden konnten, ist der indirekte Zusammenhang über oxidativen Stress besorgniserregend und sollte weiter untersucht werden. (AT)