Über EMF:data

Forschungsdatenbank zu Studien und Dokumentationen über die Auswirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks (nicht-ionisierende Strahlung)

Die Datenbank ‚EMF:data‘ - vermittelt einen Überblick über die Forschungslage im Bereich der nicht-ionisierenden Strahlung, die von Handys, SmartPhones, TabletPCs, WLAN-Routern, DECT-Telefonen und anderen mobilen Anwendungen ausgesendet wird. Als Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation hat es sich 'diagnose:funk' zur Aufgabe gemacht, die Forschungslage zur nichtionisierenden Strahlung, in Zusammenarbeit mit Fachwissenschaftlern und Experten, auszuwerten und die Öffentlichkeit und Politik über die Erkenntnisse zu informieren. Somit stellt die Datenbank einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung und Politik dar, da vorliegende Studienergebnisse zu Risiken der Mobilfunkstrahlung trotz Erkenntnissen verharmlost werden und ein ausreichender Schutz der Bevölkerung nicht umgesetzt wird.

Das Betreiben der unabhängigen Studiendatenbank, die Auswertungen von Studien, wie das Erstellen von Übersetzungen, finanzieren sich ausschließlich aus Spenden. Für den Unterhalt und die Weiterentwicklung der Datenbank ist diagnose:funk auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. 

Die Studienauswahl

Die auf EMF:data eingestellten Studien untersuchen die Gesundheitsrisiken der Mobilfunkstrahlung. Mit der Auswertung wird belegt, dass die Grenzwerte den Bürger nicht ausreichend schützen. Trotz Erkenntnissen über mögliche Gesundheitsrisiken wird das Vorsorgeprinzip beim Mobilfunk ignoriert.Die immer wieder vorgebrachte Behauptung, es gäbe keine relevanten biologischen Effekte unterhalb der Grenzwerte, muss als belegte Falschinformation bezeichnet werden.

Die Studienauswahl erfolgt nach den Kriterien:

  • Studien, die Effekte für Mensch oder Umwelt untersuchen.
  • Studien  mit Expositionen unterhalb der Grenzwerte.
  • Studien  in den Frequenzen von 30 kHz bis 300 GHz. 
  • Studien  mit hohem wissenschaftlichem Standard.
  • Studien, die in einer anerkannten Fachzeitschrift veröffentlicht wurden.
  • Studien, die kontrovers diskutiert werden.

Allgemeines zur Studienlage

Erste Studien, in denen gesundheitsrelevante Effekte unter einer hochfrequenten Bestrahlung gefunden wurden, erschienen bereits in den 30er Jahren. Kurz nach dem 2. Weltkrieg rückten dann Studien zur Strahlung von RADAR-Geräten in den Vordergrund. Auslöser waren die auffallend häufigen Fälle von grauem Star unter Radartechnikern. Bereits Anfang der 80er Jahre wurden durchschnittlich etwa 5 Studien pro Monat zu biologischen Effekten hochfrequenter Strahlung publiziert. Diese verwendeten jedoch zum Teil noch Feldstärken, die nicht selten zu erheblichen Erwärmungen des Gewebes führten und daher einen sog. thermischen Effekt dokumentierten.

Das thermische Dogma aus der Nachkriegszeit, d.h. dass unter dem Einfluss des militärisch-industriellen Komplexes nur Wärmewirkungen anerkannt wurden, nicht aber nicht-thermische Wirkungen, führte dazu, dass in den westlichen Ländern ein wesentlicher Teil der Forschungsergebnisse ignoriert wurde. Dies ist auch die Ursache der gravierend unterschiedlichen Grenzwerte und Schutzvorschriften zwischen den Ländern des ehemaligen Ostblocks und denen des Westens, welche sich bis in die 90er Jahre hinein besonders deutlich voneinander unterschieden. Die Länder des Ostblocks haben die nicht-thermischen- und die Langzeitwirkungen viel umfangreicher erforscht und in der Grenzwertsetzung auch berücksichtigt. 

Die gesundheitlichen Effekte hochfrequenter Strahlung sind alles andere als "unerforscht". Betrachtet man insbesondere die Studien industrie-unabhängiger Forscher, so ergibt sich ein klares Bild: Mobilfunkstrahlung kann biologische Systeme erheblich schädigen, und Studien belegen immer häufiger, dass die Effekte bereits weit unterhalb der geltenden Grenzwerte beginnen und auch von gesundheitlicher Relevanz sind. 

Achtung im Umgang mit Zusammenfassungen (Abstracts)

Es ist zu beachten, dass der „Abstract“ einer Studie (die Zusammenfassung der Ergebnisse) von den Auftraggebern einer Studie verfasst werden. Nicht selten werden darin wichtige Detailergebnisse verschwiegen oder falsch dargestellt. Bei manchen Abstracts werden sogar die Hauptbefunde negiert (Bsp. Altpeter et al. 1995, verfasst vom Bundesamt für Energie).

Zusammenhänge zwischen Mobilfunk-Forschung und ihrer Finanzierung

Die Tendenz der finanziellen Einflussnahme untersuchten die beiden Experten Prof. Henry Lai und Dr. Louis Slesin in einer Studie bereits 2006. Sie trugen dazu 85 Studien zu Effekten von Mobilfunk  auf das Erbgut zusammen, welche in einem Zeitraum von 16 Jahren in wissenschaftlichen Fachzeitungen publiziert wurden. Dabei verglichen sie die Ergebnisse mit der Herkunft der Forschungsgelder. 43 der Studien fanden einen "biologischen" Effekt, 42 fanden keinen Effekt.

Es ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Resultat der Studie und dem Auftraggeber zu erkennen. Somit waren rund vier von fünf Studien, die elektromagnetische Strahlung als unbedenklich einstufen, von der Industrie finanziert. Hingegen hatte die Industrie nur gerade sieben Prozent jener Arbeiten, in denen ein biologischer Effekt der Strahlung gefunden worden war, gesponsert.

Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern erstellte im Anschluss ebenfalls eine Studie, ob ein Zusammenhang zwischen der Herkunft der Gelder und dem Ergebnis einer Studie existiert. Man untersuchte 59 Studien (zwischen 1995 bis 2005) zu gesundheitsrelevanten Effekten der Mobilfunkstrahlung und kam zum gleichen Schluss: Studien, die nicht von der Industrie finanziert wurden, fanden 10mal häufiger statistisch signifikante Effekte als solche, die rein von der Industrie finanziert wurden. Die Unterschiede konnten laut Mitautor Prof. Matthias Egger nicht mit der Methodik oder der Studienqualität erklärt werden. Sie müssten vielmehr auf die unterschiedliche Finanzierungsart zurückgeführt werden. Weitere detaillierte Informationen und Einzelheiten finden Sie im diagnose:funk Brennpunkt.