Author(s):
Shih YW*, O'Brien AP, Hung CS, Chen KH, Hou WH, Tsai HT.
* School of Nursing, College of Nursing, Taipei Medical University, Taipei 11031.
Taiwan R.O.C.
Published in:
https://www.spandidos-publications.com/10.3892/etm.2020.9455
Published: 01.01.2021
on EMF:data since 23.02.2021
Further publications: Studie gefördert durch:

The present study was supported by The Ministry of Science and Technology, Taiwan (grant nos. MOST 103-2314-B-040-005-MY3 and MOST 106-2314-B-038-013-MY3).

Keywords for this study:
breast cancer
Reviews
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Exposure to radiofrequency radiation increases the risk of breast cancer: A systematic review and meta‑analysis. [RETRACTED]

Original Abstract

The present systematic review and meta‑analysis investigated the association between exposure to radiofrequency radiation and the risk of breast cancer. The published studies that were available in PubMed, Embase, Cochrane Library, Ovid MEDLINE, CINAHL Plus, Web of Science, Airiti Library, Networked Digital Library of Theses and Dissertations and ProQuest until May 2020 were investigated. A total of eight studies (four case‑control and four cohort studies) were eligible for quantitative analysis. A significant association between radiofrequency radiation exposure and breast cancer risk was detected [pooled relative risk (RR)=1.189; 95% confidence interval (CI), 1.056‑1.339]. Subgroup analyses indicated that radiofrequency radiation exposure significantly increased the risk of breast cancer susceptibility among subjects aged ≥50 years (RR=2.179; 95% CI, 1.260‑3.770). Pooled estimates revealed that the use of electrical appliances, which emit radiofrequency radiation, such as mobile phones and computers, significantly increased breast cancer development (RR=2.057; 95% CI, 1.272‑3.327), while occupational radiofrequency exposure and transmitters did not increase breast cancer development (RR=1.274; 95% CI, 0.956‑1.697; RR=1.133; 95% CI, 0.987‑1.300, respectively). It was concluded that radiofrequency radiation exposure significantly increased the risk of breast cancer, especially in women aged ≥50 years and in individuals who used electric appliances, such as mobile phones and computers. In accordance with Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta‑analysis, an evaluation protocol was prepared and registered with the PROSPERO database (registration no. CRD42018087283).

Keywords

breast cancer | radiofrequency radiation | systematic review | meta-analysis

Exposure:

RF, general
TV or radio transmitters
Mobile phone base station, BTS
Mobile Internet / WLAN, Wi-Fi
Cordless phones, DECT
Mobile (cellular) phones

EMF:data assessment

Summary

Nichtionisierende Strahlung wird in drei Kategorien unterteilt: Extrem nieder-frequente Strahlung (1–100 Hz), hochfrequente Strahlung (100 kHz–3 GHz) und Mikrowellenstrahlung (> 3 GHz). Es existieren Hinweise darauf, dass Hochfrequenz-strahlung (HF-Strahlung), zu der auch Mobilfunkstrahlung gehört, schädliche Auswirkungen haben kann. Diese seien den Wirkungen ionisierender Strahlung ähnlich und erhöhten das Krebsrisiko. Alle drahtlosen Technologien geben hochfrequente Strahlung ab. Bestimmte wissenschaftliche Studien haben negative Auswirkungen auf die Gesundheit dokumentiert, insbesondere den Anteil an einem erhöhten Krebsrisiko. Brustkrebs ist eine der am häufigsten diagnostizierten Krebsarten bei Frauen in Taiwan und die Inzidenzrate nimmt weltweit zu. Zu Risikofaktoren für Brustkrebs zählen unter anderem Fettleibigkeit, Rauchen, genetische Veranlagung, Alkoholkonsum, längere Exposition gegenüber Östrogenen sowie postmenopausale Hormontherapie. Darüber hinaus weisen wissenschaftliche Studien darauf hin, dass Brustkrebs in Zusammenhang mit Hochfrequenzbelastung stehen kann. Bei der hier vorgestellten Studie handelt es sich um eine Meta-Analyse, die darauf abzielt genauere und umfassendere Abschätzung des Zusammenhangs zwischen Hochfrequenzstrahlung und Brustkrebsrisko zu erhalten. 

Source: ElektrosmogReport März 2021 | 27. Jahrgang, Nr. 1

Study design and methods

Die Autoren sammelten und analysierten Literatur aus elektronischen Datenbanken, darunter PubMed, Embase, Cochrane Library, Ovid MEDLINE uvm. Sie konzentrierten sich dabei auf in Englisch oder Chinesisch verfasste Studien am Menschen. Um in dieser Meta-Analyse berücksichtigt zu werden, mussten die Studien folgende Kriterien erfüllen: i) Sie untersuchten Zusammenhänge zwischen HF-Strahlung und Brustkrebsrisiko; ii) sie untersuchten eine menschliche Population; iii) sie lieferten detaillierte Daten, welche die Berechnung der statistischen Größen relatives Risiko (RR), Chancenverhältnis (CV) und 95%-Konfidenzintervall (KI) zuließen; iiii) sie untersuchten HF-Strahlung. Studien wurden ausgeschlossen, wenn sie: i) Duplikate früherer Veröffentlichungen waren; ii) Meta-Analysen, Briefe, Rezensionen oder redaktionelle Artikel waren; oder iii) an Tiermodellen durchgeführt wurden. Insgesamt wurden 9571 Studien begutachtet, nach dem Entfernen von Duplikaten blieben 4980 Studien übrig. Davon erfüllten lediglich 8 Studien die Kriterien der Autoren und wurden in die quantitative Synthese einbezogen. Die Studien wurden zwischen 1996 und 2013 verfasst. Bei vier der Studien handelte es sich um Kohortenstudien, die andern vier waren Fall-Kontroll-Studien. Vier Studien wurden in nordeuropäischen Ländern durchgeführt, zwei in Israel und jeweils eine in der Türkei und in Korea. Vier Studien beschäftigten sich mit berufsbedingter HF-Belastung. Zwei konzentrierten sich auf Belastung am Wohnort durch nahe gelegene Antennen oder Funksender. Die verbleibenden zwei Studien untersuchten die Nutzung von elektrischen Geräten, einschließlich Mobiltelefonen und Computern. Drei Studien insgesamt bewerteten eine Altersgruppe von mehr als 50 Jahren.  

Results

Der Zusammenhang zwischen Belastung mit HF-Strahlung und Brustkrebsrisiko war statistisch signifikant (RR = 1,189; 95 % KI, 1,056–1,339). Eine Sensitivitätsanalyse wurde durchgeführt, welche die statistische Belastbarkeit der Daten bestätigte und anzeigte, dass lediglich geringe Heterogenität vorlag. Um dieser Heterogenität auf den Grund zu gehen, wurde eine Untergruppenanalyse durchgeführt. Diese lieferte Hinweise darauf, dass HF-Befeldung das Brustkrebsrisiko für Frauen von mehr als 50 Jahren signifikant erhöht (RR=2,179; 95 % KI, 1,260–3,770), nicht aber bei Personen im Alter von weniger als 50 Jahren (RR=1,053; 95 % KI, 0,910–1,218). Außerdem zeigte die Analyse, dass die Belastung mit Mobiltelefonen und Computern das Risiko von Brustkrebs statistisch signifikant erhöht (RR=2,057; 95 % KI, 1,272–3,327), berufsbedingte oder Belastung am Wohnort (Antennen, Funksender) jedoch nicht. 

Conclusions

Nach dem besten Wissen der Autoren handelt es sich hierbei um die erste Meta-Analyse, welche Studien zu Hochfrequenzbelastung zusammenführt, um einen potenziellen Zusammenhang mit Brustkrebsrisiko zu bestimmen. Die Analyse liefert Hinweise auf ein statistisch signifikant erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Belastung mit Hochfrequenzstrahlung. Dies treffe insbesondere auf Frauen über 50 und Individuen zu, welche elektronische Geräte wie Computer oder Mobiltelefone verwenden. Als möglichen Mechanismus, wie HF-Befeldung das Brustkrebsrisiko erhöhen könnte, geben die Autoren die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies an. Außerdem erwähnen sie eine Studie, welche mit iPads durchgeführt wurde und in der Hinweise gefunden wurden, dass die Bildung von Melatonin vermindert wird. Eine Unterdrückung der Melatoninproduktion könne, laut den Autoren, zu einer erhöhten Produktion von Östrogen führen, die wiederum ein erhöhtes Brustkrebsrisiko nach sich zöge. Die Wissenschaftler geben des Weiteren Gründe an, wieso kein erhöhtes statistisch signifikantes Brustkrebsrisiko bei beruflicher Belastung zu finden sein könnte. Darunter fällt, dass häufig die Belastungseingruppierung lediglich anhand von Berufsbezeichnungen durchgeführt würde. Außerdem gäbe es die Möglichkeit von Doppelbelastungen von z.B. Strahlung und Chemikalien. Das Fehlen eines Zusammenhanges zwischen häuslicher HF-Belastung und Brustkrebs führen die Wissenschaftler auf ein niedriges Belastungslevel zurück. Außerdem sprechen sie über Limitationen ihrer Arbeit. Darunter zählen sie die Anzahl der ausgewählten Publikationen. Die Subgruppenanalysen zu beruflichem und privatem Umfeld seien an der Grenze zur Signifikanz. Bei einem größeren Fallzahlenumfang hätten die Daten möglicherweise eine größere Aussagekraft besessen. Außerdem wäre keine Dosis-Wirkungs-Beziehung ermittelt worden. Des Weiteren hätte es Hinweise auf eine Verzerrung durch die Vorauswahl der Veröffentlichung gegeben. Es gäbe Trends, dass Journale eher Studien annehmen, welche statistisch signifikante Daten liefern. Aus den oben genannten Gründen fordern die Autoren, dass mehr qualitativ hochwertige Studien durchgeführt werden müssen, um mehr Aussagekraft zu erzeugen. (RH)