Author(s):
Bodera P*, Makarova K, Zawada K, Antkowiak B, Paluch M, Sobiczewska E, Sirav B, Siwicki AK, Stankiewicz W.
* Department of Microwave Safety, Military Institute of Hygiene and Epidemiology, Kozielska 4, 01-163, Warszawa.
Poland
Published in:
Biomed Pharmacother 2017; 92: 802-809
Published: 04.06.2017
on EMF:data since 07.12.2022
Further publications:
Medical/biological studies
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The effect of 1800 MHz radio-frequency radiation on NMDA receptor subunit NR1 expression and peroxidation in the rat brain in healthy and inflammatory states.

Exposure:

1800 MHz
GSM
SAR = 0,024–0,028 W/kg

EMF:data assessment

Summary

Die Ausbreitung der mobilen Kommunikation hat zu wachsenden Bedenken über die gesundheitlichen Auswirkungen der von Mobiltelefonen ausgehenden Hochfrequenz geführt. Das Ziel dieser Studie war es, die Hochfrequenz von 1800 MHz-Befeldung auf die Expression der NMDA-Rezeptoruntereinheit NR1 und oxidativen Stress im Gehirn von männlichen Ratten (n = 8) zu untersuchen. Hierbei wurden gesunde Ratten und Ratten mit chronischen entzündlichen Prozessen untersucht. Außerdem wurde die Wirkung des Schmerzmittels Tramadol analysiert.

Source: Reviews von BERENIS, STOA und Henry Lai

Study design and methods

Die elektrische Feldstärke betrug 20 V/m bei einem errechneten SAR-Wert zwischen 0,024–0,028 W/kg. Die Befeldung erfolgte für 15 Minuten an 5 aufeinanderfolgenden Tagen. Die Kontrollen wurden scheinbestrahlt. Die Wissenschaftler untersuchten die antioxidative Kapazität (ORAC), freie Radikale (ESR) sowie die Expression des NMDA-Rezeptor-Untereinheit NR1 (NMDA-NR1).

Results

Die Hochfrequenz alleine führte nicht zu einer veränderte NMDA-NR1-Expression. Beim Zustand der chronischen Inflammation (CI) wurde jedoch eine signifikante Verminderung im Vergleich zur gesunden, schein-bestrahlten Kontrolle beobachtet. Die antioxidative Kapazität (ORAC) wurde sowohl durch Hochfrequenz alleine, CI und Kombination der beiden signifikant verringert. Die Zugabe von Tramadol konnte diesen Zustand nicht maßgeblich verändern. Die ESR-Analyse zeigt keinen signifikanten Einfluss der Hochfrequenz, die CI konnte jedoch eine signifikante Steigerung des Signals hervorrufen. Das Signal war bei der Kombination von CI+Tramadol am Stärksten.

Conclusions

Diese Studie weist darauf hin, dass Hochfrequenz selbst bei geringer Dosis, sowie kurzzeitiger und kurzfristiger Belastung, oxidativen Stress in Form von reduzierter antioxidativer Kapazität hervorrufen kann. Es liegen jedoch auch einige Limitationen vor. Zum einen wurden keine unterschiedlichen Hirnareale überprüft oder verschiedene NMDA-Rezeptor-Untereinheiten überprüft. Zum anderen ist fraglich, warum beim ESR-Test die Kombination von CI+Tramadol den größten Effekt besitzt, wobei Tramadol potentiell antioxidativ wirken sollte. Auch beschränkten sich die statistischen Analysen immer auf Vergleiche zur Kontrolle, sodass kombinativen Wirkungen schwierig zu erfassen sind. Die Dosimetrie wurde ordentlich durchgeführt. Es bleibt allerdings die Frage offen, ob 15-minütige Befeldung an 5 Tagen eine sinnvolle Bestrahlungsdauer darstellt. (RH)